Jetzt noch nicht mit der Gartenarbeit beginnen

Veröffentlicht am 9. März 2026 um 20:41

Die ersten milden Tage verleiten zum Gärtnern. Warum Ungeduld den eigenen Garten langfristig schwächen kann.

 

Der Frühling ist da – und somit auch der Start in die Gartensaison? Nicht unbedingt. Wer jetzt schon seinem Gartenfieber nachgeht, könnte seine Pflanzen ruinieren und Nützlinge töten.

Nach einem sehr langen Winter haben die letzten Tage endlich den Frühling eingeläutet. Viele Gartenbesitzer konnten die ersten Sonnenstrahlen und vergleichsweise milden Temperaturen kaum abwarten und haben bereits mit dem Mähen, Jäten, Aufräumen und Pflanzen begonnen. Doch zu frühe Arbeiten schaden Pflanzen, Insekten und Vögeln – und können sogar strafrechtliche Folgen haben.

 

Grund für das Verbot ist der Naturschutz: Vögel suchen sich ab März geeignete Nistplätze und fangen mit dem Nestbau an. Zudem dienen die Pflanzen den Vögeln, aber auch anderen Tieren wie Igeln oder Insekten als Unterschlupf. Ein radikaler Schnitt zerstört somit ihre Lebensräume.

 

 

Doch Schere und Co. müssen nicht vollständig zur Seite gelegt werden. Ein kleinerer Pflegeschnitt ist weiterhin erlaubt. Wichtig ist jedoch auch hier: Der Rückschnitt kann die Tiere stören, die sich in den Büschen und Sträuchern verstecken. Etwa, wenn sie sich an noch sehr kühlen Tagen dorthin zurückziehen – das ist meist bei Insekten der Fall.

Frühjahrsputz: Lassen Sie Laub und Pflanzenreste liegen

Das braun-gräuliche, fast verweste Laub auf den Beeten, die Zweige auf dem Gehweg und das Moos in den Fugen – für viele ein unschöner Anblick. Doch jetzt sollte hiermit noch nicht aufgeräumt werden. So rät etwa der Nabu, all dies noch bis April liegenzulassen. Denn in den Laubschichten können sich Insekten verstecken, die sich noch in ihrem Winterschlaf befinden. Kleinere Zweige nutzen Vögel gerne zum Nestbau. Räumen Sie daher nur das weg, was schimmelt, von Pilzen übersät oder krank ist – der Rest fördert die Biodiversität. Dadurch vermeiden Sie, dass nützliche Tiere hungern oder obdachlos werden.

Pflanzen schützen: Frost und Kältefallen

Die milden Tage täuschen. Denn oft ist es in der Nacht noch sehr kalt. Zudem kann es auch noch einmal kälter werden – vor allem Ende März oder April gibt es häufig noch einmal Spätfrost. Wer jetzt schon pflanzt oder düngt, tut seinen Pflanzen keinen Gefallen. Denn es stresst die Wurzeln. Die Folge: Jungpflanzen und Triebe, die durch die Nährstoffzugabe wachsen, sind den niedrigen Temperaturen schutzlos ausgesetzt und werden beschädigt. Warten Sie mit der ersten Gartenarbeit daher besser, bis der Boden wirklich frostfrei ist. Das kann teilweise bis Mitte oder gar Ende März dauern. Wer nicht so lange warten kann, darf schon etwas Mulch austragen. Es erhält die Feuchtigkeit im Boden und tut den Pflanzen gut – ganz ohne zu düngen.

Rasen und Beete: Nicht überstürzen

Zwar wirkt der Rasen jetzt grün, dennoch sollte er jetzt noch nicht gemäht werden. Zu frühes Mähen verdichtet den oft noch nassen Boden und schädigt die durch den Winter geschwächten Wurzeln.

 

Warten Sie ab, bis der Rasen fünf bis sieben Zentimeter hoch und trocken ist. Zudem sollten die Temperaturen konstant zwischen 7 und 10 Grad liegen. Nachtfröste sind hingegen ein Hinweis, noch etwas zu warten. Generell empfehlen Experten, erst Mitte März oder Anfang April das erste Mal den Rasen nach dem Winter zu mähen.

Pflanzen säen

Wer jetzt schon die Beete auflockern möchte, sollte dabei nicht zu tief in die Erde vordringen. Zum einen, um Frostschäden zu vermeiden. Zum anderen, um zu verhindern, dass Pilze und Schädlinge in die aufgelockerte Erde dringen und von dort aus den noch empfindlichen Wurzeln schaden. Ferner gibt es noch einige Nützlinge, die sich noch im Boden vergraben haben, um sich vor den eisigen Temperaturen zu schützen.

 

Und auch das Aussäen bestimmter Pflanzen wie Sommerblumen oder Gemüse sollte auf wärmere Wochen verschoben werden. Andernfalls kann es sein, dass die Saat nicht keimt.

Fazit

Ungeduld kann Ihren Garten langfristig schwächen. Wer geduldig ist, schont hingegen Vögel, Insekten und Pflanzen. Das hilft, damit Ihr Garten gut in die neue Saison starten kann. Er wird es Ihnen danken.

 

 

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